Was bringt der neue IPCC Klimareport?
Februar 2nd, 2007
Der 4. UNO Klimabericht ist einer von vielen, der die Annahme bestätigt, dass der Mensch am Klimawandel schuld ist. Nur diesmal traute sich der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) dies noch deutlicher als jede eine Studie zuvor auszudrücken. Und schon wird wieder viel diskutiert und große Taten werden gefordert. Wie gehen wir nun mit der Schuld, die wir und unserer Vorfahren sich aufgeladen haben, um?
Das übliche Szenario folgt meist einem inoffiziellen Fahrplan. Nachdem die Presse die neuen Studien herausgegeben hat, folgt prompt die Reaktion von Politikern und Umweltschützern. Letztere fordern Taten, Politiker versprechen diese. Allerdings stürzen sich die Medien schon nach kurzer Zeit auf andere Thematiken, Versprechungen verwehen im Winde und die Empörung wegen der nicht eingehaltenen Versprechen bleibt aus.
Die Forderung der EU nach einer Abgasobergrenze für Pkws von letzter Woche war ein sehr vernünftiger und dringend notwendiger Schritt, da ca. 32% aller CO“ Emissionen durch den Verkehr verursacht werden. Dies löste einen Protest der großen deutschen Automobilhersteller aus, dem schon wenige Tage später klein bei gegeben wurde. Wenn sich solche Mechanismen weiter etablieren, wird es zu keiner Reduzierung der Treibhausgase kommen. Die Folgen dieses Verhalten werden sich dramatisch auf das Leben der Menschen des 21. Jahrhunderts auswirken. Für den Leiter des Uno-Umweltprogramms, Achim Steiner ist der Klimawandel die Herausforderung des Jahrhunderts.
Wenn wir uns nicht gegenüber uns selbst und unseren Kindern verantwortungslos zeigen wollen, müssen wir handeln und drastische Maßnahmen ergreifen. Der Stern Report schlägt vor, jetzt zu handeln und rund 1% des Welt-Brutto-Produktes in den Klimaschutz zu investieren, denn spätere Folgen von Tatenlosigkeit würden mit einem Vielfachen dessen bestraft werden. Einen ersten Schritt machte die Bundesregierung und kündigte ein Aktionsprogramm zur Förderung von Lösungen für einen “intelligenten Technologiewandel” über 255 Millionen Euro an. Dies ist als positive, aber leider nicht ausreichende Antwort zu sehen.
Das G8 Gipfeltreffen im Juni wäre die ideale Gelegenheit, sich Gedanken über eine globale Lösung des Problems zu machen.
Nachtrag: Wer möchte kann sich hier den IPCC Bericht zusammengefasst anschauen.
Kategorie: Artikel, Nachrichten, Aktuelles | add to mister wong












7 Comments Add your own
1. Daniel | Februar 2nd, 2007 at 20:54
Dies ist wieder ein weiterer Beweis für die Ökologischen Missstände auf unserem Planeten. Bis 2100 sollen sich die globalen Temperaturen um bis zu 6,4°C erhöhen. Die Meeresspiegel können bis zu 60cm ansteigen. Diese Auswirkungen stehen, nach dem UN Bericht, bereits fest. Wir können daran wahrscheinlich nicht viel ändern. Trotzdem müssen wir schnellsten handeln. Es ist nicht nur wichtig, dass die Politik zu Veränderungen gezwungen wird, sondern, dass die Wirtschaft reagiert. Hier liegt das Kapital um etwas zu verändern. Wenn die Wirtschaft mit ihren Lobbyisten und mit ihrer politischen Macht nicht langsam aufwacht, dann kann man noch so viel tun, es wird nichts nützen. Man möchte hoffen dass sich die Manager dieser Welt endlich mal dazu bequemen und darüber nachdenken in was für einer Welt ihre Kinder in ein paar Jahrzehnten leben werden.
2. Sascha | Februar 3rd, 2007 at 00:39
Endlich ist es ausgesprochen worden, der Mensch ist der Klimakiller, doch was treibt diese Spezies dazu sich selbst zu Grunde zu wirtschaften und alles Lebensgrundlagen nachhaltig zu zerstören. Gletscher, Tropenwälder und viele natürliche Biotope werden vernichtet, der natürliche Rhythmus der Jahreszeiten und somit der Natur ist am Ende. Das Kohlenstoffdioxid CO2 in der Erdatmosphäre führt immer mehr zur globalen Erwärmung und es wird immer perverser! Orkane, Erdbeben, Tsunamis, Erdrütsche und Hochwasser. Wir sind die Verursacher… WIR. Und was macht die Menschheit, sie strebt immer mehr nach Profit und Luxus. Bsp.: Abgase = Autos, den größten Emissions Verursachern privater Haushalte. Aber wer will schon den kleinen Lupo der 3 Liter auf 100 km verbraucht? Nein Fahrspaß ist das Motto, siehe Werbung a’ la BMW und VW (Touran). Und was zählt schon ein hoher Benzinverbrauch, der wiederum mit viel Geld verbunden ist was man anderweitig investieren könnte (Solarenergie etc.), gegen neidische Blicke auf der Straße. Ist die Welt - unsere ERDE - noch zu retten?
Dabei lassen sich Umweltschutz und wirtschaftliches Denken vereinen - siehe Atmosfair.
3. Domdinh | Februar 3rd, 2007 at 23:36
Eine gute Frage! Zumindest eine eigene UN-Umweltorganisation (UNEO) wäre ja schon mal nicht schlecht!
Das Thema Umwelt zeigt besonders deutlich die globale Dimension von Problemen, weil es eben nur diese EINE WELT gibt, die es zu bewahren gilt, wenn Umweltprobleme keinen Unterschied machen zwischen reichen und armen Ländern. Auch die intragenerationelle (Un-)Gerechtigkeit kommt ins Spiel, wenn bei regionalen Umweltkatastrophen besonders die lokalen, in Armut lebenden Bevölkerungsgruppen betroffen sind und es in Zkunft noch mehr Umweltmigraten (sog. Umweltflüchtlinge) geben wird!
P.S.: Vor kurzem wurde an der FH Eberswalde ein eigener Studiengang zum Thema Klimawandel eröffnet, vielleicht ist ja jemand aus dem Netzwerk noch auf der Suche nach einem geeigeneten Studiengang
P.P.S.: http://www.miezag.de/2007/01/28/was-globaler-klimawandel-mit-hunger-zu-tun-hat
4. Dominic Dinh | Februar 5th, 2007 at 05:29
Rotes Kreuz: Klimawandel Herausforderung des Jahres
31.1.2007
Klimakatastrophen töten langsam, indem sie Menschen ihre Lebensgrundlage entziehen.
mehr hier:
http://www.oekonews.at/index.php?mdoc_id=1018796
5. domdinh | Februar 6th, 2007 at 00:49
schon komisch auf N24 eine Diskussionssendung zum Umgang mit dem Klimawandel zu sehen, um dann am Ende zu sehen, dass sie von “Air Berlin” gesponsort wurde…
6. dom | Februar 13th, 2007 at 03:12
Neue Impulse für die Klimapolitik???
http://www.miezag.de/2007/02/12/neue-impulse-fur-die-klimapolitik
7. Daniel | Februar 13th, 2007 at 22:26
Im aktuellen “Spiegel” ist ein interessanter Beitrag, der insbesondere auch die Problematiken des IPCC-Klimaprotokolls aufgreift. Darin geht es um die Energieverschwendung der Menschen und die Möglichkeiten des “Energiesparens”, das übrigens nicht notwendig mit großem Kapitalaufwand betrieben werden muss. Im Gegenteil, die meisten Menschen würden sogar Geld sparen. Ich werde in Kürze einen längeren Beitrag dazu schreiben. Aber ich kann im Voraus nur empfehlen sich diesen Artikel durchzulesen. Ihr könnt ihn auch gerne von mir kopieren, oder ich leih ihn euch aus.
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