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“Live Earth”- SOS Rettungsaktion für den Planeten

Al Gore stellte gestern seine Pläne für das größte Benefizkonzert der Welt vor. Bei den LIVE 8 Konzerten letztes Jahr stand noch der Schuldenerlass für Afrika und somit die sozialen Ungerechtigkeiten weltweit im Mittelpunkt, “Live Earth” hingegnen wird auf die Problematik der globalen Erderwärmung aufmerksam machen. Dazu werden am 7. Juli ca. 100 Bands bei 7 Konzerten auf 7 Kontinenten innerhalb von24 Stunden live performen.

Seitdem Al Gore 2001 die Präsidentschaftswahlen gewann, trotzdem aber nicht Präsident wurde, widmet er sich vollkommen seiner Tätigkeit als Umweltaktivist. Durch seinen Dokumentarfilm, “Eine unbequeme Wahrheit”, konnte er an Bekanntheit und Popularität gewinnen und ist somit die wohl einflussreichste und bekannteste Persönlichkeit der Umweltszene. Schon seit längerem reist Al Gore durch die ganze Welt und hält Vorträge, in denen er eindringlich vor den Gefahren des Global Warmings warnt. So konnte er bereits eine Vielzahl von Menschen mit seinem Anliegen erreichen, jedoch eher gebildetes und wohlhabendes Publikum. Mit Hilfe des Mediums Film schaffte er es nun, eine weitaus breitere Masse zu erreichen, hauptsächlich allerdings wiederum nur wohlhabendes und vor allem am Thema interessiertes Publikum. Dies wird sich mit den “Live Earth” Konzerten schlagartig ändern. Gore’s Ziel ist es mehr als 2 Milliarden Menschen anzusprechen, sei es bei den Konzerten oder bei den Live Übertragungen im Fernsehen. Da sich bereits Showgrößen wie die Red Hot Chili Peppers und Bon Jovi angekündigt haben, wird ihm dies wohl auch gelingen.
Doch welche Auswirkungen wird dies haben? Werden 2 Milliarden Menschen ihre Lebensgewohnheiten umstellen, nur weil ihre Idole dazu aufrufen? Oder kommen 50% nur wegen der riesen Party, also aus reinem Eigennutzen?
Genau an den Teil der Bevölkerung richtet sich dann wohl der Slogan der Veranstaltung SOS (Save our selves). Solange die Notwendigkeit des Handelns klar wird und die Menschen umdenken, um sich selbst zu retten, wird das auch der Allgemeinheit zugute kommen. Der Idealfall wäre ein neues Umweltbewusstsein auf globaler Ebene und ein deutliches Signal an die Wirtschaft und Politik der Industrieländer.

Damit diese ein nachhaltiges Konzept für die Reduktion des CO2 Ausstoßes erarbeiten und sich diesem unterwerfen, bedarf es vor allem einem kooperativen US- Präsidenten. Mit Bush wird ein solches Abkommen kaum möglich sein. Wer aber von den Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 2008 wäre nun am besten für die Nachfolge geeignet?
Wäre es nicht mehr als einen Versuch wert, nochmals für die Präsidentschaft zu kandidieren, wo man doch so weitaus mehr verändern kann als mit Filmen und Konzerten, Mr. Gore?

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