Was nicht passt, wird passend gemacht!
März 15th, 2007
So die Schlagzeile eines Artikels in dem Wissensteil der Süddeutschen Zeitung des 14.3.2007. Aufhänger ist ein gerade neu erschienenes Buch des renomierten Journalisten Seth Shulman: “Undermining Science“.
Der Inhalt: einige akribische Auflistung der Eingriffe der Regierung Bush in die Wissenschaft. Rund 73 % der Klimawissenschaftler in den USA geben an, eine Einmischung der Politik in die Forschung beobachtet zu haben. So wurden beispielsweise Mitarbeiter der Naturschutzbehörde Fish and Wildlife Service in Alaska dazu angehalten, keine unbefugten Stellungnahmen zur Erderwärmung, gefährdeten Eisbären, oder Eisschwund in der Arktis zu geben. Des weiteren scheint die Bush-Regierung an die Schnittstellen von Politik und Wissenschaft ihnen geneigte Personen zu setzen (die teils noch nicht einmal ausgebildete Wissenschaftler sind), die dann unangenehme Forschungsergebnisse verschwinden lassen, oder verschönern.
Dies ist notwendig, da die Bush-Regierung noch heute den Zusammenhang zwischen dem Treibhauseffekt und CO2-Ausstoß ablehnt und so begründet, warum sie Klimaschutzmaßnahmen ablehnen und das Kyoto-Protokoll nicht unterschrieben haben. Um sich gegen solche Zustände zu wehren, haben jetzt über 11 000 US Forscher eine Erklärung unterzeichnet, in der sie gegen die eklatanten Manipulationsversuche der Bush-Regierung protestieren- darunter sind mehr als 50 Nobelpreisträger sowie frühere Wissenschaftsberater demokratischer und republikanischer Präsidenten.
Auch dies ist ein Beispiel, wozu ungebremster Kapitalismus führen kann: Unternehmen können in den USA die Politik derart beeinflussen, dass sie selbst neutrale, objektive Forschung für die Interessen des Kapitals manipuliert und mißbraucht. Es ist leider Realität, dass der Regierung der Vereinigten Staaten ihre Industrie wichtiger scheint, als die Zukunft ihrer Kinder und Enkel. Ein weiterer Grund, weshalb ein wie vom Global Marshall Plan geforderter Systemwechsel vom zügellosen Kapitalismus zu einer geregelten ökosozialen Marktwirtschaft dringend erforderlich ist.
Kategorie: Artikel, Aktuelles | add to mister wong












2 Comments Add your own
1. Gregor | März 15th, 2007 at 23:16
Es wurde höchste Zeit, dass die Wissenschaft sich zum Vorgehen der Regierung aüßert.
Gott sei Dank zeichnet sich in letzter Zeit die Entwicklung ab, hin zu einem breitern Umweltbewusstsein in der Zivilbevölkerung. Dies hat mitunter auch bewirkt, dass mehrere Staaten und zahlreiche Städte dem Kyotoprotokoll zugestimmt haben. Unter Bush wird der Anstoß für eine andere Klimapolitik weiterhin von unten kommen, dies könnte sich aber 2008 ändern - hoffentlich.
2. Matthias | März 18th, 2007 at 18:24
ein Beispiel aus Deutschland dazu: vom Bundeswirtschaftsministerium wurde kürzlich eine Studie in Auftrag gegeben, die den Einfluss des Menschen auf die Klimaerwärmung in Frage stellen soll um der Industrie weniger Vorschriften hinsichtlich des Klimaschutzes “machen zu müssen”.
Dank des hochentwickelten investigativen (Fernseh-)Journalismus hier bei uns wurde der Skandal schnell aufgedeckt und personelle Konsequenzen im Ministerium gezogen, aber es wird deutlich was hinsichtlich der “Meinungsmache” geschehen kann, wenn es wie z.B in den USA, nur schwache, da finanziell von den Großkonzernen abhängige, Medien gibt
Leave a Comment
Some HTML allowed:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>
Trackback this post | Subscribe to the comments via RSS Feed