Die Geschichte der Osterinsel - Oder die Zukunft der Erde?

April 24th, 2007

Statuen OsterinselIm Jahr 1722 entdeckte der holländische Seefahrer Jacob Roggeveen im Südpazifik eine wundersame Insel. An den Ufern standen riesige Statuen, von denen sich niemand erklären konnte, wie sie dort hingekommen waren, denn es gab keine nennenswerte Vegetation auf der Insel und die wenigen noch verbliebene Einheimische lebten unter erbärmlichen Bedingungen.

Die Statuen gaben lange Rätsel auf, doch heute ist ihr Geheimnis gelüftet: Die Osterinsel war ca. 1000 Jahre vor Ankunft der Holländer besiedelt worden. Zu dieser Zeit war die Insel noch mit üppigem Wald bedeckt. Der Wald war die Lebensgrundlage der Menschen, mit Holz bauten die Menschen ihre Häuser, Boote und mit Hilfe von Seilen und Baumstämmen konnten die gigantischen Steinfiguren transportiert und aufgerichtet werden. Im Laufe der Zeit brach ein Wettstreit unter den verschiedenen Stämmen aus, wer die größte Kultstatue errichten konnte. Der Wald wurde immer mehr abgeholzt und so entzogen sich die Menschen ihre Lebensgrundlage, ohne sich über die verheerenden Folgen Gedanken zu machen. Durch den fehlenden Wald wurde der Boden ausgelaugt, Tiere verschwanden; letztlich brach die Zivilisation der Osterinsel zusammen und endete in Hungersnöten und Kannibalismus.

Was hat die Geschichte der Osterinseln mit der heutigen Welt zu tun? Wieso ist diese Geschichte von einem kleinen Südseevolk es überhaupt wert erzählt zu werden? Im Grunde genommen befindet sich die Welt in genau der gleichen Situation. Das auf der Erde vorherrschende System zerstört die Erde innerlich und äußerlich. Ein radikaler globaler Kapitalismus hält die Machthaber gefangen, sie haben keine Möglichkeit sich dem System zu entziehen, ohne dabei ihre Machtposition zu gefährden. Das System reißt die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer als sie je war, man bedenke, dass 20% der Menschen über 80% des Kapitals verfügen! Ein Marktradikaler Kapitalismus steht einer nachhaltigen, umweltverträglichen Globalisierung im Weg. So entziehen sich Länder wie die USA oder China mit dem Verweiß auf ihre Wirtschaft Klimaschutzabkommen, ohne dabei zu bedenken, dass vielleicht schon ihre Enkel aufgrund des Klimawandels nicht mehr von ihrem erwirtschafteten Vermögen profitieren können.

Die Welt hat dann eine Zukunft, wenn der Großteil der Menschheit erkennt, dass ein nachhaltiges Wirtschaften, die einzige vertretbare Möglichkeit ist, den Menschen das Schicksal der Bewohner der Osterinsel zu ersparen. Von einer ökosozialen Marktwirtschaft profitieren alle, es geht nicht darum jemandem etwas weg zu nehmen. Ziel muss sein, dass internationale Rahmenbedingungen und Richtlinien festgelegt werden, die eine gerechtere Vermögensverteilung und ein umweltfreundliches Wirtschaften erreichen. Nur so besteht die Möglichkeit, den Klimawandel abzumildern und das enorme Konfliktpotenzial zwischen Arm und Reich abzubauen. Nur so kann eine innere und äußere Stabilität gewährleistet werden.

3 Comments Add your own

  • 1. Marcel  |  September 9th, 2008 at 14:53

    Schöner Artikel. Ich frage mich momentan echt, wie weit wir uns noch schlecht entwickeln. Die Wirtschaft in Deutschland bricht auseinander und das merkt man immer mehr. Doch wenn dann müssen wir was gemeinsam tun!

  • 2. Wolfgang  |  Mai 2nd, 2009 at 11:33

    Und was lehrt uns das. Solange es diese Vielstaaterei und keine gemeinsame Sprache gibt, wird sich nichts ändern. Da gab es doch mal Babylon, die haben es auch nicht geschafft.

  • 3. Reiner  |  Mai 11th, 2009 at 10:29

    Wirklich Interessanter Beitrag, leider weiß man doch viel zu wenig über die vergangenheit. Geheimnisse die wir bis heute nicht Deuten können sind wirklich faszinierent

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