Posts filed under 'Allgemein'

Biosprit - Eine umwelt- und sozialverträgliche Alternative?

Wer Öl besitzt hat Macht! Öl ist mittlerweile zum wichtigsten Rohstoff geworden und die natürlichen Reserven sind begrenzt. Öl wird daher immer teurer und wenn in den Entwicklungsstaaten wie China oder Indien ein Teil des Wohlstands für die Bevölkerung abfallen wird, ist das Chaos vorprogrammiert. Kriege, die heute im Irak und in Afrika um Öl geführt werden, sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in der Zukunft noch in Sachen Ressourcenkriege bevorsteht, wenn wir es nicht schaffen uns vom Öl unabhängig zu machen.

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Was tun? Hybridautos brauchen auch Benzin und sind momentan noch zu teuer. Alternative Antriebssysteme wie die Brennstoffzelle sind noch 15 bis 20 Jahre von der Marktreife entfernt. Eine Alternative, die insbesondere der brasilianische Staatschef Luiz Lula da Silva und auch der amerikanische Präsident Bush auf dem G-8 Gipfel propagierten ist, auf Ethanol umzusteigen.

Die Vorteile von Ethanol liegen auf der Hand. Ethanol ist im Grunde Alkohol und kann aus Zuckerrohr hergestellt werden, es ist somit ein regenerativer Rohstoff. Darüber hinaus entsteht bei der Verbrennung von Ethanol weniger CO2, als bei der Verbrennung von normalem Benzin bzw. Diesel und kein Kohlenstoffmonoxid. Das klingt alles soweit ganz verlockend und spätestens der letzte wird hellhörig, wenn er erfährt, dass in Brasilien der Liter Biosprit ca. 65 Cent kostet und die meisten dort ausgelieferten Neuwagen dank flexibler Motoren mit Benzin, Ethanol oder einem Mix fahren können.

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Der Haken an der ganzen Sache ist, dass das Ethanol nur deswegen so billig ist, weil das Zuckerrohr unter menschenunwürdigen Bedingungen geerntet und weiterverarbeitet wird. Ein Arbeiter erhält pro geerntete Tonne (!) Zuckerrohr umgerechnet ca. 90 Cent und schafft am Tag 10 bis 20 Tonnen, muss aber dann noch fürchten, bei der Abrechnung übers Ohr gehauen zu werden, weil die meisten von den Arbeitern weder lesen noch schreiben, oder rechnen können. Die Zuckerrohrfelder werden, bevor sie abgeerntet werden, angezündet, um Kleintiere wie Schlangen, Käfer, Spinnen und Skorpione zu vertreiben. Dabei wird nicht nur die Umwelt belastet, sondern die Arbeiter schädigen ihre Gesundheit durch den bei den Bränden erzeugten Feinstaub. Die Arbeit findet ausschließlich bei Tage statt, es herrschen Temperaturen über 30 Grad. Die meisten Menschen haben keine andere Wahl, als die Arbeitsbedingungen zu akzeptieren, sie haben meist keine Schulbildung und es stehen viele bereit, die ihren Arbeitsplatz einnehmen würden. Gewerkschaften auf dem Land sind sehr schwach und können nichts gegen die Großgrundbesitzer ausrichten.

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Diejenigen, die von dieser modernen Form der Sklaverei profitieren, sind die die das Land besitzen. (Die SZ nennt eine Familie, der mehr als 16000 Hektar Land besitzt). Die Arbeits- und Betriebskosten sind gering, die Nachfrage riesig und der gezahlte Preis ist daher hoch. Momentan werden allein in Brasilien auf 6,5 Millionen Hektar mit Zuckerrohr angebaut, bis 2012 sollen es mindestens 8 Millionen Hektar sein!

Die genannten Zahlen und Arbeitsbedingungen machen stutzig und verdeutlichen, dass eine Änderung nötiger ist denn je. Brasilien hat keinen Grund seine Sozialstandards zu erhöhen, solange von außen (insbesondere von den USA) das Ethanol gekauft wird. Europa sollte sich Gedanken machen, ob es tatsächlich gewillt ist, in Zukunft auf Treibstoff zurückzugreifen, der unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert wird. Globale, verbindliche Sozialstandards, wie vom Global Marshall Plan gefordert, sind eine Möglichkeit, Menschen zu einem menschenwürdigen Dasein zu verhelfen und dabei trotzdem Treibstoffproblem zu lösen. Darüber hinaus wäre jeder Europäer bei Benzinpreisen um 1,35 € gerne dazu bereit, für den Liter Ethanol 80 Cent (statt 65 Cent) zu bezahlen, wenn er sicher wäre, dass kein Mensch in Brasilien für seinen Geiz sterben muss. Ethanol ist also eine Möglichkeit, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, aber die Erzeugung sollte aber nicht wie zu Zeit der Feudalherren und Sklaven vor 200 Jahren ablaufen.

[für Zahlen und Beispiele sei der SZ vom 13. Juni gedankt]

33 comments August 12th, 2007

Blog zum Thema Nachhaltigkeit, Jugend und Politik wieder aktiv

Connecting Youth hat sich in den letzten Monaten eine kleine Blog Pause gegönnt, die auf Grund aktueller Begebenheiten wie z.B. dem Abitur vieler Mitglieder in diesem Jahr unvermeidlich war. Aber ab sofort sind wir wieder mit schönen Artikeln und Beiträgen im WWW dabei! :)

Add comment August 2nd, 2007

Wie die Welt sein sollte

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Die Notwendigkeit, dass sich etwas in unserer Welt verändert, wird an folgenden Grafiken besonders deutlich. Die erste Grafik zeigt, wie die Welt sein sollte, die anderen beiden zeigen wie sie (leider) noch ist. Die zweite Grafik veranschaulicht, wie extrem das Gefälle zwischen Arm und Reich bzw. Nord und Süd ist. Bei ihr sind Regionen hervorgehoben, in denen Menschen von weniger als 1 US $ am Tag, also in extremer Armut, leben müssen. Die zweite Karte zeigt die Verteilung von PKWs auf unserem Planeten.

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Add comment Februar 22nd, 2007

Stellungnahme zu den Vorwürfen eines anonymen Bloggers

Zu den Vorwürfen eines anonymen Bloggers, die sich gegen unsere Organisation richten, stellen wir folgendes fest:

  1. Wir sind eine unabhängige, politisch und religiös neutrale Jugendorganisation:
    • Wir sind weder eine Organisation einer Kirche, noch eine Organisation der evangelischen Akademie Tutzing. Unser Schülernetzwerk wurde und wird lediglich von dem Leiter des Jungen Forums der evang. Akademie unterstützt, ist aber zu keinerlei Gegenleistung verpflichtet.
    • Weder unser Konzept, noch unsere Vorträge haben religiöse Inhalte. Deswegen verwehren wir uns dem Vorwurf ideologisch verblendet zu sein und Lobbyarbeit für die Kirchen zu verrichten
    • Wir halten den DEKT in Köln für eine gute Plattform, unsere Organisation zu präsentieren und in Kontakt mit jungen, fähigen und engagierten Menschen zu kommen.
  1. Wir wollen Veränderungen im Rahmen Demokratie erreichen. Global Governance widerspricht in keiner Weise dem gültigen Rechts- und Staatssystem eines demokratischen Landes.
  1. Wir haben keine gewerblichen Interessen.
  1. Die Agentur Weblike gestaltete und betreut unsere Homepage unentgeltlich.
  1. Wir protestieren gegen die Veröffentlichung von personenbezogenen Daten von Sascha und Ulrich Dettweiler.

3 comments Februar 15th, 2007

Blog zum Thema Nachhaltigkeit, Jugend und Politik

Connecting Youth ist eine Jugendorganisation, die an Schulen über globale Missstände in der Welt aufklärt und junge Menschen formiert, um die Stimme der nächsten Generationen für eine bessere Welt zu mobilisieren. Connecting-Youth arbeitet eng mit der Global Marshall Plan Initiative zusammen. Jetzt haben wir diesen Blog für euch ins Leben gerufen, in dem auch außerhalb der Schule diskutiert werden kann.

Helft mit, schreibt mit, erzählt uns eure Ideen, verbreitet unsere Idee und werdet aktiv in unserem Gemeinschaftsblog. Neuigkeiten zum Thema Nachhaltigkeit, Jugend und Politik sind bei uns sehr willkommen.

Euer CYou Team

1 comment Januar 12th, 2007


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