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Die Geschichte der Osterinsel - Oder die Zukunft der Erde?

Statuen OsterinselIm Jahr 1722 entdeckte der holländische Seefahrer Jacob Roggeveen im Südpazifik eine wundersame Insel. An den Ufern standen riesige Statuen, von denen sich niemand erklären konnte, wie sie dort hingekommen waren, denn es gab keine nennenswerte Vegetation auf der Insel und die wenigen noch verbliebene Einheimische lebten unter erbärmlichen Bedingungen.

Die Statuen gaben lange Rätsel auf, doch heute ist ihr Geheimnis gelüftet: Die Osterinsel war ca. 1000 Jahre vor Ankunft der Holländer besiedelt worden. Zu dieser Zeit war die Insel noch mit üppigem Wald bedeckt. Der Wald war die Lebensgrundlage der Menschen, mit Holz bauten die Menschen ihre Häuser, Boote und mit Hilfe von Seilen und Baumstämmen konnten die gigantischen Steinfiguren transportiert und aufgerichtet werden. Im Laufe der Zeit brach ein Wettstreit unter den verschiedenen Stämmen aus, wer die größte Kultstatue errichten konnte. Der Wald wurde immer mehr abgeholzt und so entzogen sich die Menschen ihre Lebensgrundlage, ohne sich über die verheerenden Folgen Gedanken zu machen. Durch den fehlenden Wald wurde der Boden ausgelaugt, Tiere verschwanden; letztlich brach die Zivilisation der Osterinsel zusammen und endete in Hungersnöten und Kannibalismus.

Was hat die Geschichte der Osterinseln mit der heutigen Welt zu tun? Wieso ist diese Geschichte von einem kleinen Südseevolk es überhaupt wert erzählt zu werden? Im Grunde genommen befindet sich die Welt in genau der gleichen Situation. Das auf der Erde vorherrschende System zerstört die Erde innerlich und äußerlich. Ein radikaler globaler Kapitalismus hält die Machthaber gefangen, sie haben keine Möglichkeit sich dem System zu entziehen, ohne dabei ihre Machtposition zu gefährden. Das System reißt die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer als sie je war, man bedenke, dass 20% der Menschen über 80% des Kapitals verfügen! Ein Marktradikaler Kapitalismus steht einer nachhaltigen, umweltverträglichen Globalisierung im Weg. So entziehen sich Länder wie die USA oder China mit dem Verweiß auf ihre Wirtschaft Klimaschutzabkommen, ohne dabei zu bedenken, dass vielleicht schon ihre Enkel aufgrund des Klimawandels nicht mehr von ihrem erwirtschafteten Vermögen profitieren können.

Die Welt hat dann eine Zukunft, wenn der Großteil der Menschheit erkennt, dass ein nachhaltiges Wirtschaften, die einzige vertretbare Möglichkeit ist, den Menschen das Schicksal der Bewohner der Osterinsel zu ersparen. Von einer ökosozialen Marktwirtschaft profitieren alle, es geht nicht darum jemandem etwas weg zu nehmen. Ziel muss sein, dass internationale Rahmenbedingungen und Richtlinien festgelegt werden, die eine gerechtere Vermögensverteilung und ein umweltfreundliches Wirtschaften erreichen. Nur so besteht die Möglichkeit, den Klimawandel abzumildern und das enorme Konfliktpotenzial zwischen Arm und Reich abzubauen. Nur so kann eine innere und äußere Stabilität gewährleistet werden.

3 comments April 24th, 2007

Einige elementare Daten zu CO2 Emissionen

Der Klimawandel und CO2 Emissionen sind momentan in aller Munde. Damit man auch vernünftig mitreden kann, sollen hier kurz einige elementare Daten zu CO2 Emissionen genannt werden. Zunächst einmal ist der Treibhauseffekt grundsätzlich ein natürliches Phänomen. Ohne Klimagase wie CO2, Wasserdampf und Methan, wäre kein Leben auf der Erde möglich, es ist noch viel unwahrscheinlicher, dass sich überhaupt Leben entwickelt hätte. Diese Gase legen sich, ähnlich dem Dach eines Treibhauses, um die Erde und sorgen dafür, dass die durchschnittliche Temperatur auf unserem Planeten nicht -18°C, sondern 15°C beträgt. Dieses natürliche Gleichgewicht wird aber seit Beginn der Industriealisierung durch erhöhte, vom Menschen verursachte, CO2 Emissionen gefährdet. Allerdings machen sich erst jetzt die tragischen Konsepuenzen langsam in Form von Überschwemmungen, Dürren, Stürme usw. bemerkbar. Wer ist aber für die globale Erwärmung hauptsächlich verantwortlich und kann man dies überhaupt verallgemeinern?

Hier ist einmal die Verteilung der CO2-Emissionen in Deutschland nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung:

co2.jpgDie Kraftwerke und die Industrie tragen also einen Hauptanteil and den jährlichen CO2 Emissionen. Nun gibt es aber auch unterschiedliche Arten von Kraftwerken. Das schweizer Paul-Scherer-Institut hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, in der in Augenschein genommen wird, welches Kraftwerk wieviel CO2 ausstößt und dies nicht nur in seinem täglichen Betrieb, sondern auch in seinem gesamten Lebenszyklus, vom Bau bis zum Abriss:

co2-kw-klein.jpg

Interessant ist hierbei, dass beispielsweise Solaranlagen (siehe Photovoltaik) auch relativ viel CO2 produzieren, weil sie aufwendig herzustellen sind. Auch die Emissionen einzelner Atomkraftwerke können sehr schnell zunehmen, wenn die Urananreicherung nicht effizient betrieben wird.Zusammenfassend ist also zu sagen, dass man selbst weder pauschalisieren, noch dass eine Industriesparte seine Hände in Unschuld waschen darf; trotz der verhältismäßíg geringen prozentualen Anteile an Emissionen, sollte beispielsweise die Automobilindustrie keinesfalls ihre Hände in den Schoß legen, denn die absoluten Zahlen sind erschreckend. Um den Auflagen des Kyotoprotokolls nachzukommen bedarf es innovativer Technologien und kreativer Lösungsansätze. Auch muss es im Interesse eines jeden sein, Energie und damit CO2 zu sparen, einerseits um künftigen Generationen ein Leben auf der Erde zu ermöglichen, andererseits aber auch um selbst Geld zu sparen.

3 comments März 8th, 2007

Mitreden und mitmischen -
Interessante Kongresse 2007

2007 schaut die Welt nach Deutschland. Hier werden in der nächsten Zeit sehr wichtige Entscheidungen getroffen werden, die die ganze Welt betreffen. Dies ist durch den Eu Ratsvorsitz Deutschlands und den G8 Gipfel in Heiligendamm bedingt. Im Vorfeld dazu finden einige Kongresse verschiedener NGO´s statt, die sich mit relevanten weltpolitischen Themen auseinandersetzen. Zwei werden hier kurz vorgestellt werden:

projekt.tagung
Auf dieser Tagung geht es um Deine Ideen und Deine Initiative. Und um die von 249 anderen jungen Menschen. Vom 16. – 20. Mai sind alle jungen Menschen eingeladen, in Mülheim an der Ruhr dabei zu sein und gemeinsam über die Ideen die schon da sind zu diskutieren und den Raum für neue zu öffnen.
projekt.tagung geht davon aus, dass junge Menschen für die zukünftige Gesellschaft einen enormen Beitrag zu geben haben. Ein Grundgedanke ist, dass überall auf der Welt junge Menschen in gleicher Weise Fragen bewegen. Mehr www.idem-network.org

MC Planet (Klima der Gerechtigkeit 4.-6. Mai 2007 in Berlin)
Auf diesem Kongress vor allem der Frage nach Gewinnern und Verlierern des Klimawandels nachgegangen. Dazu diskutieren hochkarätige Gäste aus der ganzen Welt, wie z.B. Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, Meena Raman, Klaus Töpfer, Jürgen Trittin, Kate Hampton, Marcelo Furtado, der Bestseller Autor Frank Schätzing. Wer bis zum 09.04 bucht, bekommt einen Rabatt. Mehr unter www.mcplanet.com

Add comment März 7th, 2007

Das Prinzip Nachhaltigkeit

Nachhaltig wirtschaften, Nachhaltiges Konsumverhalten, nachhaltige Produkte, nachhaltig leben, nachhaltiges lernen,…….Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit. In der letzten Woche konnte ich den Begriff Nachhaltigkeit in 15 verschiedenen Artikeln und Büchern 50- Mal finden. Nachhaltigkeit hätte das Potential „Wort des Jahres“ zu werden. Doch was genau ist eigentlich Nachhaltigkeit und was bedeutet es für die heutige Generation der Jugend?

Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Man schlug nur so viel Holz wie natürlich im gleichen Zeitraum nachwachsen konnte. Somit erhielt man der künftigen Generation die Lebensgrundlagen wie man sie selbst vorgefunden hat. Über Millionen von Jahren wurde dieses Prinzip eingehalten, wohl auch deswegen, weil der Mensch bis vor kurzem gar nicht die Möglichkeiten zum Kahlschlag besaß.

Jedoch lässt sich das Prinzip Nachhaltigkeit auch auf viele andere Bereiche des Lebens übertragen. In der Landwirtschaft gilt es den Boden so zu bewirtschaften, dass er den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt, mit all seinem Potential und seiner Reinheit. Der Grundsatz der Nachhaltigkeit ist demnach: Erhalt der natürlichen Ressourcen für zukünftige Generationen. Oder: Nehme nur so viel, wie auf natürlicher Basis wiederkehrt. Angesichts einer Vielzahl von nicht nachwachsenden Rohstoffen wird deutlich, dass es unmöglich ist den Grundsatz der Nachhaltigkeit 100 %ig zu verwirklichen. Deshalb gilt es auf diesem Gebiet einer sehr gewissenhaften Nutzung des Vorhandenen. In den letzten zwei Jahrhunderten kam es aber zu einer ganz anderen Entwicklung. Industrielle und technische Revolution machten den Abbau von Rohstoffen im großen Stil möglicht. Die Bevölkerungsexplosion und Globalisierung taten ihren Teil dazu, dass innerhalb von 200 Jahren große Teile an nicht nachwachsenden Rohstoffen weltweit abgebaut wurden. Warum aber wurde der Grundsatz der Nachhaltigkeit nicht mehr befolgt?
Einerseits durch die bereits beschriebenen äußeren Einflüsse, andererseits entwickelte sich eine neue Denkweise in den Köpfen der Menschen und die Gesellschaft veränderte sich. Profitgier, das Streben nach maximalem wirtschaftlichem Erfolg, koste es was es wolle, wurde zur Maxime der westlichen Gesellschaft. Dies wirkte sich in Engstirnigkeit und Kurzsichtigkeit aus. Die Generationen unserer Eltern und Großeltern veränderte die Welt für immer. Die Erde wurde ausgebeutet, zerstört und verändert. Manche haben darüber nachgedacht, welche Auswirkungen dies auf unserer Generation und die unserer Kinder haben könnte, aufhalten konnte diesen Prozess jedoch keiner. Hat man einmal etwas kaputt gemacht oder beschädigt, schleicht sich irgendwann doch einmal schlechtes Gewissen ein. Zuerst versucht man den Schaden herunterzuspielen, wenn das wahre Ausmaß jedoch zu deutlich erkennbar ist, beginnen Unschuldsbeteuerungen und gegenseitige Schuldzuweisungen. Diesen Zeitpunk haben wir Gott sei Dank schon überwunden. Manch Schuldiger ist sich seiner Schuld bewusst geworden und einige unternehmen derzeit erste Gutmachungsversuche. So wird die Reduzierung der Treibhausgase vorangetrieben und viele brüsten sich damit, nachhaltig zu wirtschaften oderzu handeln. Wie gesagt: 2006/2007, das Jahr der Nachhaltigkeit. Problem ist, dass der Geschädigte niemals konsultiert wird, wenn es um die Wiedergutmachungsarbeit geht oder um die Neugestaltung seiner Zukunft. Dies mag zum Teil daran liegen, dass man Ungeborene nicht nach ihren Vorstellungen ihrer Zukunft interviewen kann. Aber wie sieht es mit der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen aus? Vor allem bei Fragen der Umweltpolitik und der Energiepolitik werden die Jugendlichen weder um ihre Meinung gebeten, oder gar in den Entscheidungsprozess mit einbezogen. Wäre es den Schuldigen und Entscheidungsträgern wichtig, ehrliche Gutmachung zu betreiben, so würden sie die Geschädigten zuerst nach deren Vorstellungen, wie eine solche Gutmachung aussehen könnte, befragen. Da dies nicht der Fall ist, muss sich die Jugend der Welt vereinigen und gemeinsam ihre Anliegen und Vorstellungen den Entscheidungsträgern vorstellen. Und um nicht die gleichen Fehler wie unsere Eltern zu machen, müssen wir uns schon jetzt Gedanken machen, wie wir diese vermeiden können. Wir müssen nachhaltig lernen, wie wir nachhaltig leben können.

Gregor Hintler

10 comments Januar 14th, 2007


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